Montag, 24. August 2015

Social Trader im China-Crash

Krisenzeiten sind spannende Zeiten - weil sich hier in der Social-Trading-Szene öffentlich sichtbar die Spreu vom Weizen trennt. Ob es sich bei einem erfolgreichen Trader nur um einen "Trittbrettfahrer" der Aktien- oder Devisenmärkte handelt, wird hier schonungslos offenbart.
Auch, ob ein Trader ein funktionierendes Absicherungs-System sein eigen nennt, ob er Positionsgrößen bei heftigen Börsenausschlägen verringert, wenn er schon nicht auf der richtigen Seite unterwegs ist, ob er auf die sich anbahnenden Turbulenzen vielleicht reagiert, indem er dem Markt einfach einmal fern bleibt, all das zeigen die Trader auf den verschiedenen Plattformen.


ayondo: Auf Level 5 wird es übersichtlich

Ein - nicht repräsentativer - Blick über die Signalgeber auf ayondo, Wikifolio & Co. fällt wie erwartet sehr gemischt aus. Bei ayondo halten sich die Trader mit den höchsten Follower-Zahlen wacker. Einige von ihnen, wie "simplytrader" oder "HPMStefanRisse", können sogar an den jäh fallenden Kursen für sich und ihre Follower verdienen. (Bemerkenswert hierbei, dass das Wikifolio von Stefan Risse zeitgleich dramatisch verliert.) Eine Reihe von ayondo-Tradern im höchsten Karrierelevel (etwa KingKing oder securo12) werden aber über die Verlust-Marke von 25 Prozent gedrückt. Damit fallen sie nicht nur auf Karrierestufe eins zurück, ihre Verdienst-Möglichkeiten werden dadurch auch drastisch beschnitten.

Wikifolio: Überwiegend marktkonforme Verluste

Auf Wikifolio verlieren die Strategien mit den höchsten Investitionssummen in etwa analog zum Gesamtmarkt. Trader "Ritschy", alias "Richard Dobetsberger", verbucht nach rasantem Anstieg im August rund 17 Prozent Verlust. Auch das derzeit drittgrößte Wikifolio, das vom Anlegermagazin Euro am Sonntag gemanagt wird, büßt seit Monatsanfang 19 Prozent, ein. Beide "Wikis" verlieren damit etwas stärker als der Dax, der per Monatsanfang derzeit knapp 16 Prozent in der Minuszone rangiert.
Eine positive Monatsperformance schafft bislang noch "Volatrader", der gezielt auf die Kurserholung von stark gefallenen Aktien setzt. Davon dürfte es damnächst jede Menge geben.

United Signals: Gewinner und Verlierer in Grenzen

Auch bei der Frankfurter Plattform United Signals gibt es in der derzeitigen Crash-Phase Gewinner und Verlierer. Die Strategie WPC Capital Management - Dynamic hat sich in vergangenen Tagen vor allem den Euro-Anstieg gegenüber dem Dollar zunutze gemacht. Das Plus im laufenden Monat liegt hier bei rund 13 Prozent. Gleiches gilt für die Forex-Strategie von Katja Goertz. Weniger glücklich agierte zuletzt die Trendfolge-Strategie "Absolute Return mit System" die überwiegend in Aktienindizes investiert und im August knapp fünf Prozent verloren hat. Generell fallen die Verluste bei den stark überwachten Tradern allerdings vergleichsweise gering aus.

eToro: Top-Trader im Schleudergang

Hohe Schwankungen in der Performance in beiden Richtungen weisen traditionell die besten "Popular Investors" bei eToro aus. Das ist auch bei den derzeitigen Turbulenzen am Aktien- und Devisenmarkt nicht anders. Noa Strijbos, seit einigen Monaten die Top-Tradern mit den höchsten Follower-Zahlen, verbucht noch vergleichsweise moderate Verluste von knapp sechs Prozent. Bei Caraj51, langjähriger eToro-Trader aus Indien, steht zwar dank einiger Euro-Dollar-Trades in den vergangenen Tagen ein kleines Plus unter der August-Bilanz. Im Juli allersdings hat er seinen rund 3300 Followern Verluste von 60 Prozent beschert. Auch der nach Followern erfolgreichste deutsche eToro-Trader, Christian Fahrner, kommt mit dem Dax-Verfall der vergangenen Tage nicht wirklich zurecht: Fahrner musste heute eine Dax-Position (long) schließen, die er bereits bei 10.078 Punkten eingegangen war: Verlust 628 Punkte.





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