Dienstag, 9. Juni 2015

ayondo schafft die Nachschusspflicht ab

Der Social-Trading-Anbieter und CFD-Broker ayondo hat per 9. Juni die Nachschusspflicht für seine Kunden abgeschafft. Ein Schritt, der wohl im Zusammenhang mit Verlusten vieler Trader nach der Aufhebung der Bindung des Schweizer Franken an den Euro durch die Schweizer Nationalbank SNB und die anschließenden Turbulenzen am Devisenmarkt in Zusammenhang stehen dürfte.


Damit können die Trader auf der Plattform nicht mehr verlieren als ihre Einlage auf dem Trader-Konto. Viele Anleger bei einer Reihe von Brokern weltweit hatten durch die Aktion der SNB Verluste erlitten, die die Einlage zum Teil deutlich überstiegen. Abgesehen von privaten Dramen auf Seiten der Trader, die sich mit immensen Fehlbeträgen konfrontiert sahen, entstanden auch auf Seiten der Broker Millionen-Verluste, die sogar zu finanziellen Schieflagen bei einigen Anbietern führten.

Schieflagen durch "Black Swan Day"

So musste der CFD- und Forex-Broker Alpari UK sogar Insolvenz anmelden. Mit FXCM musste einer der größten und ältesten Broker durch einen dreistelligen Millionenbetrag vor der Pleite gerettet werden. Betroffen von den Verlusten auf Kunden- und Brokerseite war auch der Social-Trading-Anbieter eToro und wohl auch ayondo. Über die Höhe der Fehlbeträge berichtete der Branchendienst Finance Magnates wenige Tage nach dem "Black Swan Day" im Januar.

DAF als SNB-Opfer

Wegen des Ausfalls eines großen Werbekunden musste im März sogar das "Deutsche Anlegerfernsehen" DAF "vom Sender" gehen. Am 6. März wurde Insolvenzantrag gestellt. Seitdem besteht der Sendbetrieb nur noch im Internet als Web-TV fort. Hier dürfte die Pleite von Alpari einen Folgeeffekt verursacht haben.

ayondo machte kurz nach dem Ereignis Kunden betroffener Broker ein Wechselangebot und versuchte damit auch Stärke und Stabiliät zu demonstrieren. Die nun beschlossene Abschaffung der Nachschusspflicht geht in die selbe Richtung. Kunden sollen vor unkalkulierbaren Risiken geschützt werden, das implizite Risiko eines Margin Calls soll nicht mehr Hinderungs-Grund für die Eröffnung eines CFD, bzw. Social-Trading-Kontos sein.

Branche kommt in Zugzwang

Der Schritt könnte andere Anbieter weiter in Zugzwang bringen. Einige Broker wie ActiveTrades verzichten ebenfalls auf eine Nachschusspflicht. Bei der Commerzbank-Tochter comdirect entfällt diese für Kunden, die ein Konto mit "Risikobegrenzung" eröffnen, hier darf der eingesetzte Hebel maximal bei fünf liegen.

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