Samstag, 9. Mai 2015

High-Water Mark im Social Trading

Die Messlatte für die Vergütung von Social Tradern fällt je nach Plattform unterschiedlich aus. Bei einer Performance-orientierten Bezahlung müssen sich die Trader zumeist am erreichten Kontohöchststand orientieren. Die "High-Water Mark" bietet Chancen, aber auch Risiken aus Sicht der Anleger.


Das High-Water-Prinzip ist seit Jahren bei der Vergütung von Fondsmanagern bekannt. Besonders bei Hedgefonds, Absolute- oder Total-Return-Fonds kommt es üblicherweise zur Anwendung. Diese Produkte zielen zumeist auf eine marktunabhängige Rendite. Sie orientiert sich also nicht an einem Vergleichsmaßstab wie einem Aktienindex. Die Vergütung per High-Water Mark erfolgt damit nur dann, wenn das Ziel einer solchen absoluten Rendite erreicht wird. Erreicht der Fonds kein neues "Allzeithoch", entfällt die Vergütung.

Für den Anleger fallen damit auch keine zusätzlichen Kosten an, sollte der Fondsmanager keinen neuen Bestwert in einem bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen.

United Signals und Wikifolio mit High-Water Mark

Das Prinzip der Vergütung nach High-Water Mark spielt bei Social-Trading-Plattformen eine Rolle, die nach erreichter Performance vergüten. In Deutschland sind dies die Frankfurter United Signals und Wikifolio aus Österreich, deren wichtigster Markt ebenfalls Deutschland ist.

Bei United Signals wird die Vergütung allmonatlich bei Erreichen eines neuen Kontohöchststands fällig (20% der erreichten Performance oberhalb des bisherigen Höchststandes). Die High-Water Mark ist dabei ein absoluter Wert. Nur beim erneuten Überschreiten dieses Wertes fällt die Gebühr an.

Jedes Jahr ein Neuanfang bei Wikifolio möglich

Bei Wikifolio ist die Ausschüttung der Performance-Fee ebenfalls nach dem High-Water-Mark-Prinzip organisiert. Allerdings wird diese Marke in jedem Kalenderjahr neu festgelegt. (Wie hoch sie ausfällt, entscheidet der Trader selbst beim Start seines Wikifolios, in der Regel zwischen 5 und 20 %). Laut Wikifolio soll damit dafür gesorgt werden, dass Wikifolio-Manager auch nach einer längeren Talfahrt ihres Wikifolios motiviert bleiben, ihre Handelsstrategie weiter zu verfolgen.

Die Entscheidung macht Sinn, da viele Betreiber eines Wikifolios, die im Aktienmarkt investieren, bei längeren Baisse-Phasen, anderenfalls womöglich über mehrere Jahre keine Vergütung erhalten würden - selbst wenn sie den Aktienmarkt durch eine geschickte Aktienauswahl outperformen würden.

High-Risk-Strategien mit Neustart-Möglichkeiten

Eine "revolvierende" High-Water Mark hat allerdings auch potenzielle Nachteile: Hochriskante Handelsstrategien, etwa mit Hebelprodukten, die in einem Jahr einen Großteil ihres Wertes verloren haben, können im folgenden Jahr mit ebenso hohem Risikoeinsatz wieder Vergütungen erzeugen. Und das, obwohl Anleger womöglich noch tief in der Verlustzone stecken.

Eine "absolute" High-Water Mark ist besonders für Strategieanbieter, die mit Hebel-, und Short-Produkten wie CFDs oder Hebel-Zertifikaten auch auf eine "absolute" Rendite zielen wohl die gerechtere Variante - vor allem für die Follower.

Weitere Infos zu Vergütungs-Systemen: Verdienen und Vergüten im Social Trading

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