Sonntag, 5. April 2015

Wie viel dürfen Social Trader verlieren?

Für Anleger ist der maximale Verlust, den sie beim Kopieren eines Top-Traders aushalten müssen, neben der Performance die wichtigste Kennziffer. Die Social-Trading-Plattformen greifen in ganz unterschiedlicher Weise ein, um die Verluste auf Anlegerseite in Schach zu halten.

Keine Performance ohne Risiko – diesen Zusammenhang müssen Anleger in Sachen Social Trading immer wieder schmerzhaft erfahren. In den vergangenen Jahren, der „Pionierzeit“ des Social Tradings, waren VerdopplerVerdoppler der Trader-Konten, die von einem Totalverlust verfolgt wurden, an der Tagesordnung.

90 Prozent pro Monat – in beide Richtungen

Bei eToro etwa hat die Einführung einer detaillierten Performance-Übersicht bei den „Popular Investors“ nun mehr Transparenz für die Follower gebracht, aber auch die fast schon dramatischen Schwankungen in den Trader-Konten offengelegt. Einige Trader, die zum Teil ihre Signale an mehrere Tausend „Copiers“ verkaufen, verlieren binnen einem Monaten mehr als 90 Prozent, um im nächsten Monat in gleichen Maße zulegen. Für die Anhänger bleibt unter dem Strich hier dennoch ein deutlicher Verlust. Allein die Einführung der Performance-Statistiken in Monats- und Jahres-Übersicht dürfte hier aber wohl bald die Spreu vom Weizen trennen. Trader mit geringeren Verlustraten ziehen bereits jetzt mehr Follower an.

Ranking berücksichtigt Risiken

Auch bei Wikifolio gibt es spätestens seit der Einführung der Hebelzertifikate als Handelsinstrumente für die Manager von Wikifolios happige Schwankungen und auch Verluste in einen Wikifolios. Auch zuvor schon schafften es aber einige Trader durch den Kauf und Verkauf von stark schwankenden Nebenwerten Schiffbruch bis zu faktischen Totalverlust zu erleiden. Das Ranking-System bei Wikifolio berücksichtigt auch die zwischenzeitlichen Verluste in den Wikifolios, ob die renditehungrigen Käufer einiger hochriskanten Zertifikate dies allerdings zur Kenntnis nehmen, ist zweifelhaft.

Mehr Risiko – weniger Vergütung

Bei ayondo wird ein zu hoher Verlust auf Seiten eines Top-Traders direkt bestraft, nämlich durch ein Zurückfallen auf der Karrierestufe und damit eine Verringerung der Einkünfte. Wessen maximaler Verlust 25 Prozent überschreitet, der verdient statt fünf Dollar pro gehandeltem Lot auf Follower-Seite nur noch einen Dollar je Lot – ein Wiederaufstieg ist nicht möglich bislang. Die 25-Prozent-Barriere lässt einige der Top-Trader ihre Positionsgrößen stark eindampfen, wenn sie in einer Verlustphase stecken. Andere machen noch einmal schnell „Kasse“, indem sie mit weiter erhöhtem Risiko handeln und Volumen erzeugen – um dann nach dem Durchbrechen der 25-Prozent-Grenze die Segel zu streichen.

Verbindung bei zu großen Verlusten gekappt

Bei United Signals werden Signalanbieter beim Überschreiten eines Verlustes von 30 Prozent von ihren Followern „getrennt“ - die Signale werden dann nicht mehr auf dem Konto des Anhängers ausgeführt, es sei denn er erlaubt dies ausdrücklich.

Kennziffern und Kommunikation beachten


Welche Risikobegrenzung die sinnvollste ist, bleibt offen. Klar scheint, dass eine transparente Ausweisung von Kennziffern Voraussetzung ist, um eine Strategie und ihre Risiken einschätzen zu können. Das Verhältnis von jährlichem Gewinn und dem maximalen Verlust seit Beginn der Strategie, oft in der MAR-Ratio ausgedrückt, setzt Risiko und erwartbare Rendite in ein Verhältnis. Darüber hinaus sollte die Strategiebeschreibung eines Signalanbieters Hinweise darauf geben, mit welchen zwischenzeitlichen Verlusten zu rechnen ist. Auch Angaben zu Positionsgrößen und dem Risikomanagement sind hier sachdienlich. Verstößt er gegen diese selbst gesetzten „Spielregeln“ oder Risikoparameter, dann ist sollten auf Followerseite die Alarmglocken klingeln.

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