Mittwoch, 14. Januar 2015

Passiv wächst massiv

Der Siegeszug der ETF-Branche scheint nicht aufzuhalten. Die passiven Indexfonds verbuchten auch im vergangenen Jahr weitere deutliche Zuwächse. Und der Markt kennt auch Anfang 2015 noch keine Wachstumsgrenzen. Schließlich stehen die ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fondsprodukte fast noch am Anfang einer Aufholjagd.


44,7 Milliarden Euro an Zuwächsen hat die ETF-Branche in Europa im vergangenen Jahr verzeichnet, die aktuelle Statistik stellte der deutsche Marktführer Deutsche Asset & Wealth Management am Mittwoch in Frankfurt vor. Das Gesamtvolumen lag damit per Ende 2014 bei 362,7 Milliarden Euro.  Eine imposante Zahl, und doch weit entfernt von den Vermögen die in den "klassischen" aktiv gemanagten Fondsprodukten in Europa stecken - gerade einmal drei Prozent beträgt der Marktanteil der ETFs, die doch schon mehr als ein Jahrzehnt auch in Deutschland erhältlich sind.

Noch eine Domäne der "Instis"

Die Gründe liegen eher anderswo. Der Vertrieb der Banken und Fondsgesellschaften hat nur bedingt ein Interesse, die kostenschlanken ETFs an Privatanleger zu verkaufen. Immer noch nutzen überwiegend "institutionelle" Anbieter wie Vermögensverwalter, Pensionskassen und zunehmend sogar Versicherungen die Produkte um ihre Anlageziele zu erreichen.

Die Trends, die die DAWM am Mittwoch vorstellte, sind vielfältig. So schätzen die Experten, dass
die Entwicklung hin zu "physischer" Replikation (im Gegensatz zu der "synthetischen" Abbildung von Indizes) weiter bestehen bleibt. Die xTracker der Deutschen Bank-Tochter sind in den vergangenen Jahren vielfach auf "physisch" umgestellt worden.

Preiskampf in der Branche

Daneben werden die Kosten für die Indexfonds weiter sinken. Bereits jetzt bieten Gesellschaften wie xTrackers oder auch der US-Marktführer Blackrock "Core"-ETFs zu sieben bis zehn Basispunkten an.

Mit dem Kostendruck einhergehen dürfte auch ein Verdrängungs-Wettbewerb unter den ETF-Emittenten. Vor allem kleinere Anbieter werden diesem Preisdruck wohl auf Dauer nicht gewachsen sein.

Renten-ETFs spielen laut DAWM eine Schlüsselrolle bei gesamten Wachstum der Branche. Hier liegt der Anteil am Gesamtmarkt noch bei verschwindenden 0,3 Prozent. Zunehmend werden die passiven Konstrukte aber auch hier von Großinvestoren eingesetzt,

Privatanleger kommen zunehmend ins Visier

Nicht zuletzt werden auch Privatanleger zunehmend mit ETFs in Berührung kommen, so die Vorhersage der DAWM. Vermögensverwalter und Finanzberater nutzen vermehrt die Produkte um individuelle Anlagekonzepte, auch zur Altersvorsorge, umzusetzen. Eine Reihe von Dachfonds mit vermögensverwaltendem Charakter richten sich vor allem an die privaten Investoren.

20 Prozent Wachstum 2015

Der Gesamtmarkt soll im laufenden Jahr um rund 20 Prozent wachsen, genauso wie wohl in den kommenden Jahren, Marktanteile zwischen 10 und 15 Prozent dürften schon in den kommenden Jahren erreicht werden, ein Ende der ETF-Erfolgsgeschichte - unabsehbar.

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