Samstag, 20. Dezember 2014

Fintech Depot - Vier Social Trader

Ob Social Trading ein "Megatrend" ist, wie verschiedentlich in den Medien postuliert wird, bleibt abzuwarten. Dass Social Trading aus Sicht von Privatanlegern mehr Transparenz, Information und vor allem einen schnellen und kostengünstigen Zugang zu erfolgreichen Handelsstrategien bieten kann, soll auch mit den Anteilen an unserem Fintech Depot gezeigt werden (s.a. Was ist Social Trading).


Abklopfen nach verschiedenen Kriterien

Die Auswahl des oder der geeigneten Trader sollte nach verschiedenen Kriterien wie Track Record, Handelsansatz, Risikokennziffern und auch der Kommunikation des Traders mit der Gemeinde der Follower erfolgen. Nicht zuletzt sollte der geeignete Signalanbieter zur eigenen Risikoneigung und den eigenen Vorstellungen hinsichtlich der Märkte, in die investiert wird, passen.

Vier unterschiedliche Social-Trader von vier verschiedenen Plattformen (s.a. die Player in Deutschland) sollen im Rahmen des Fintech Depots beobachtet werden. Jeder erhält dabei einen Depotanteil von 5 Prozent, insgesamt bildet Social Trading damit einen 20-Prozent-Anteil ab.

Für unser beispielhaftes Depot nutzen wir Trader der Plattformen Wikifolio, eToro, Ayondo und United Signals.

Wikifolio: Megatrend Demographie

Bei Wikifolio haben sich seit dem Start vor rund zwei Jahren eine Reihe guter "Stockpicker" im Aktienmarkt etabliert. Einen davon flaggt Wikifolio im eigenen Ranking ganz oben in der Rangliste aus: Ralf Werner, der gleich zwei Wikifolios betreibt, belegt mit seinem Wikifolio "Profitieren vom demographischen Wandel" Platz eins. Dass es sich dabei wirklich um einen Megatrend handelt, dürfte niemand bestreiten. Aktien von Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Pharma, Biotech oder Konsum finden sich hier in einem Portfolio mit internationalem Zuschnitt.

Die Performance des Wikifolios, das seit mehr als zwei Jahren besteht und erst knapp 200.000 Euro an Volumen hat, kann sich mit 67 Prozent seit dem Start sehen lassen. Der maximale Verlust seit November 2012 lag bei nervenschonenden 10,4 Prozent. Und nicht zuletzt: Ralf Werner ist auch auf seiner Website und auch auf Facebook ereichbar.

eToro: Antizyklisch und kurzfristig

Ein eifriger Kommunikator auf Facebook, aber auch über eine Reihe von Interviews ist auch Christian Fahrner, der sowohl auf eToro als auch auf ayondo und wikifolio aktiv ist. Für das Fintech Depot verfolgen wir seinen Werdegang auf eToro, wo er mit derzeit rund 4.000 "Kopieren" einer der erfolgreichsten Trader ist.

Anders als viele der Trader auf eToro, die oft hochriskante Strategien nutzen, um Follower zu gewinnen und dann oft kurz darauf deren Depots mit hohen Verlusten unter Druck setzen, handelt Fahrner auf eToro (wie auch auf den anderen Plattformen) umsichtig und verliert auch in Drawdown-Phasen nicht die Nerven. Fahrner handelt in verschiedenen Märkten eher antizyklisch (s. auch mein Interview in boerse.ARD.de) und sich mit eigenem Geld in seinen Strategien investiert. Während der vergangenen sechs Monate hat eine eine Performance von 30 Prozent bei eToro erreicht.

Neben dem Devisen- und Rohstoffmarkt handelt Fahrner den Dax long und short, damit korreliert die Performance praktisch nicht mit dem Aktienmarkt insgesamt. Für das Gesamtdepot soll er damit auch eine Absicherung für schlechte Börsenzeiten sein.

ayondo: Pattern-Trading

Das gilt auch für ayondo-Trader Patternicus, der auf der Plattform der Frankfurter die bislang meisten Follower hat. Der ehemalige Bank-Händler, der seit 14 Jahren auf eigene Rechnung tradet, ist in Aktienindizes, Rohstoffen und ebenfalls dem Devisenmarkt unterwegs.Er handelt dabei überwiegend auf Basis bestimmter Chartmuster (Pattern)

 In den vergangenen beiden Jahren hat er jeweils mehr als 20 Prozent Rendite für seine Follower erreicht und dabei nur geringe Rückschläge hinnehmen müssen. Der größte Draw-down seit seinem Start auf ayondo lag bei 14 Prozent. Während des vergangenen Jahres war das Minus nie größer als zehn Prozent. Patternicus handelt anonym und kommentiert aktuelle Trades nicht, beschreibt aber auf der Plattform grundlegend seinen Handelsansatz (s. a, ein Interview im CFD-Portal)

United Signals: Trendfolge im Devisenmarkt

Der ebenfalls in Frankfurt beheimatete Anbieter United Signals steuert mit der Strategie "Major - Price Action" schließlich den vierten Trader bei. Sönke Schmidt (hier im Interview mit United Signals) nutzt ein "mechanisches Handelssystem" bei dem ausschließlich am Devisenmarkt im Euro-Dollar-Kurs agiert wird. Dabei gibt das System nach festgelegten Regeln das Signal zum Ein- oder Ausstieg aus dem Markt. Auch die Positionsgröße und die Stop-Marken werden vorgegeben. Auch diese Strategie ist also unabhängig von der allgemeinen Börsensituation.

Seine Zielrendite von 8-10 Prozent hat der Trader im laufenden Jahr mit einem Plus von 17,5 Prozent deutlich übertroffen. Dabei lag der maximale Verlust bei angenehmen 6,8 Prozent und auch seit Beginn des öffentlichen Handels auf United Signals im Oktober 2013 nie über zehn Prozent.

Ab Januar 2015 bilden vier vier Social Trader einen eher spekulativen, aber hoffentlich auch renditeträchtigen Depot-Anteil.

Weitere Beiträge zum Fintech Depot:

DWS Deutschland via moneymeets

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Fintech Depot - Aufbau


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