Montag, 3. November 2014

Social Trading und das Social Web

Die Verbreitung des Web 2.0 oder Social Web hat die neuen Finanzprodukte und Dienstleistungen im Netz erst möglich gemacht. Die alltägliche Nutzung von sozialen Netzwerken liefert die "kulturelle" Grundlage auch für die Sozial-Trading-Angebote. Umgekehrt gilt aber auch: Ohne die sinnvolle Nutzung des Social Web finden Social-Trading-Plattformen nicht die Gefolgschaft, die sie für den geschäftlichen Erfolg brauchen.

Was macht das Social Trading „social“? Es ist die Nutzung von Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerk im Internet bereitstellen. Milliarden von Menschen nutzen sie und bewegen sich damit durch den Alltag. Das „Sharing“ etwa betreiben wir, wenn wir Dateien oder Informationen im Internet anderen zur Verfügung stellen, sei es den Facebook-Eintrag, einen Tweet oder die Urlaubsfotos auf Instagramm.

Beim Social Trading „teilen“ Anleger und Interessierte ihr Wissen über Anlage- oder Trading-Strategien. Beim Copy-Trading scheiden sich diese in „Leader“ und „Follower“ - auch ein wohlbekanntes Prinzip aus den sozialen Netzwerken. Der Leader stellt seine Trades in der Öffentlichkeit vor, der Follower kann sie begutachten oder auch unmittelbar kopieren.

Profi, auch im Netz gefordert

Mit dem Netzwerk-Gedanken einher geht die Möglichkeit der Selbstdarstellung und der Kommunikation. Wer ein „Star“ im Social Trading sein will, muss nicht nur eine funktionierende Handelsstrategie vorstellen, sondern auch eine stimmige Beschreibung dieses Handelsansatzes liefern. Ein solches Trader-Profil fordern viele, wenn auch nicht alle der Social-Trading-Anbieter. Auch die Anforderungen an ein dieses Profil schwanken stark.

Die Gemeinde kommentiert

Die Kanäle der Kommunikation fallen ebenfalls unterschiedlich aus. Im Social Web bieten Postings in der eigenen Chronik eine Möglichkeit, mit den Followern in Kontakt zu treten. Ähnliche Tools finden sich auch im Social Trading wieder. Trader können hier das Marktgeschehen kommentieren oder auch einzelne Handelsentscheidungen begründen. Von Seite der Follower können umgekehrt Kommentare oder einfach „Likes“ abgegeben werden. Für das Kollektiv in der Social-Trading-Gemeinde erfüllt dieser Dialog eine wichtige Funktion, er zeichnet ein differenziertes Bild über den Trader und seine Stellung in der Gemeinde.


Wie intelligent ist das Kollektiv?

Nicht zuletzt spielt der Gedanke der „kollektiven Intelligenz“ oder „Schwarmintelligenz“ eine wichtige Rolle – im sozialen Netzwerk wie auch in der Praxis des Social Trading. Die große Zahl von Nutzern, so die Erwartung, macht Entscheidungen und Lösungen höherer Intelligenz möglich, als ein Individuum sie erreichen kann. Ob das Kollektiv tatsächlich auch in Hinsicht auf die „richtige“ Strategie zum Trading oder der Geldanlage einen Mehrwert für alle schaffen kann, bleibt abzuwarten. Einzelne Social-Trading-Plattformen nutzen aber bereits Stimmungsindikatoren, die aus der Meinung der Vielen gewonnen werden; oder sie lassen das Kollektiv darüber abstimmen, welche Strategie aussichtsreich ist.

Spielen und Lernen in der Gemeinschaft

Für den geschäftlichen Erfolg eines Social-Trading-Angebts dürfte es eine wesentliche Rolle spielen, ob die Kunden als Nutzer in ihrer Lebenswirklichkeit der sozialen Netzwerke erreicht und angesprochen werden. Mehrwert entsteht aus Sicht des Traders oder Investors nicht allein durch die in Aussicht gestellte Rendite einer Geldanlage. Angebote zum Kommunizieren, zum „Spielen“ und Lernen in der Gemeinschaft dürften eine ebenso große Rolle spielen.

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