Samstag, 29. November 2014

Das Fintech Depot - Aufbau

Das Web 2.0 hat dem Anleger ganz neue Möglichkeiten aufgetan. Er kann die Strategien von Tradern auf Social-Trading-Plattformen kopieren. Er kann in „Mitmach-Fonds“ investieren, kann sich per Crowd-Investing in aussichtsreiche neue Unternehmen „einkaufen“ oder aber das „Sentiment“ aus dieser „Crowd“ für Investments nutzen. Nicht zuletzt sind durch die Technologien des Internets der zweiten Generation ganz neue Werkzeuge entstanden, die der Privatanleger einsetzen kann, um sich eine eigene Vermögensverwaltung aus passiven Indexfonds selbst zu erstellen.

Zeithorizonte, Risiken und Renditewartungen

Beim Aufbau eines Fintech Depots, das hier als Orientierung für interessierte Anleger aufgebaut wird, sollte man sich allerdings die selben Fragen vorlegen, wie bei jeder „klassischen Anlage“. Etwa: Welcher Zeithorizont liegt meiner Anlage zugrunde? Welches Risiko ist tolerierbar? Wie hoch ist meine Rendite-Erwartung? Auch zur Beantwortung dieser Fragen stellen einige der Anbieter übrigens eigene Auswertungs-Möglichkeiten zur Verfügung – sie sollte man im konkreten Fall auch nutzen.

Unser Fintech Depot stellt keine Anlageempfehlung oder Kopiervorlage dar. Es dient als Muster bei der Beschreibung der verschiedenen neuen Möglichkeiten, die die Fintech-Branche anbietet. Und es soll Anlegern Hilfestellung bei der Auswahl, Gewichtung und fortlaufenden Überprüfung von Produkten geben.

Hier einige beispielhafte Grundannahmen für einen Anleger in Sachen Fintech oder auch „Social Investing“:
  • Der Anlagehorizont beträgt drei bis fünf Jahre.
  • Eine durchschnittliche jährliche Rendite von acht bis zehn Prozent wird erwartet; damit soll die Wertentwicklung höher sein als im Aktienmarkt im langjährigen Mittel.
  • Die Verluste während einer mehrjährigen Anlage sollen möglichst nie größer als 20 Prozent ausfallen.
  • Die Wertschwankungen im Depot sollen auf Sicht mehrerer Jahre deutlich geringer ausfallen als am Aktienmarkt.
  • Als aktiver Anleger führt man allmonatlich einen „Depot-Check“ durch, bei dem alle Positionen überprüft werden.
  • Auch zwischen den möglichen monatlichen Veränderungen behält man alle Produkte aktiv im Auge.
  • Am Ende jedes Jahres findet gegebenenfalls ein „Rebalancing“ statt.
  • Nicht zuletzt beteiligt sich der „Anleger 2.0“ idealerweise in den entsprechenden Communities, die er nutzt, um sich über „seine“ Produkte im Depot auszutauschen.


Die Depotbestandteile kommen aus vielen Bereichen des Fintech-Universums.


In unserem Beispiel-Depot sieht die Aufteilung zum Start so aus:

  • 40 Prozent dienen als „Basis“ und bestehen aus Indexfonds, die vorrangig in globale Aktien und Anleihen mit einer kleinen Beimischung von Rohstoffen investieren. Dazu nutzen wir JustETF und Easyfolio als „Lieferanten“ von Muster-Portfolios.
  • 10 Prozent werden in einen der drei in Deutschland aufgelegten „Mitmach“-Fonds investiert. Hier nutzen wir den „Intelligent Recommendations“-Fonds.
  • 10 Prozent entfallen auf einen aktiv gemanagten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland. Den DWS Deutschland kaufen wir allerdings bei der Social-Trading-Plattform moneymeets.
  • 20 Prozent des Depots vertrauen wir ausgewählten Tradern der Social-Trading-Plattformen Wikifolio, ayondo, eToro und United Signals an.
  • 10 Prozent sollen in ein Handelssystem investiert werden, das ein Daten-Analysehaus aus den Stimmungen von Anlegern in den sozialen Netzwerken herausfiltert.
  • 10 Prozent schließlich werden in ein Crowdinvesting-Projekt gesteckt. Als Plattform nutzen wir dabei Bergfürst.


In den folgenden Wochen stelle ich die Depot-Anteile ausführlich auf New Tech Investor vor. Das Fintech Depot wird bis zum Jahresende 2014 komplett sein – um dann zum Jahresbeginn 2015 zu starten. Fortlaufend wird dann die Wertentwicklung verfolgt und aktuell kommentiert.

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