Donnerstag, 30. Oktober 2014

Was ist Social Trading

Der Netzwerkgedanke erobert die Welt des Tradens und Investierens. In der Community im Internet wird längst über das richtige Investment, die richtige Anlagestrategie, den cleversten Trade diskutiert. Social Trading geht aber noch einen Schritt weiter: Zur Diskussion kommt die Transaktion – über Social-Trading-Plattformen können Trades gespiegelt und ganze Handelsstrategien ins eigene Konto geholt werden. Das geschieht per Mausklick, vollautomatisch und mit hoher Geschwindigkeit. Handelsstrategien aus der Community sind auch als Zertifikate erhältlich, die bei jedem Broker gekauft werden können.

Social Web trifft Trading

Prinzipien, die wir alle aus dem „Social Web“ kennen, finden durch das Social Trading auch bei der Geldanlage Anwendung. Das Leader-Follower-Prinzip, durch Facebook oder Twitter für viele Internet-Nutzer bereits Alltag, findet sich auch hier wieder – Leader, sind hier die „Top-Trader“, die ihre Handelssignale zur Verfügung stellen, Follower sind die Anleger, die sie nutzen und ggf. kopieren.

Das öffentliche Präsentieren, das so genannte „Social Sharing“ kennen wir ebenfalls auf den sozialen Netzwerken. Beim Social Trading findet es in der öffentlichen Darstellung von Trading-Strategien Verwendung. Bewertungsmöglichkeiten wie bei Amazon oder Holiday-Check lassen das Urteil der Community einfließen.

Demokratisierung der Geldanlage

Social Trading könnte der Wegbereiter einer neuen Anlagephilosophie werden. Transparentes Vermögensmanagement, bei dem Strategie und Ausrichtung eines Anlagekonzepts erläutert werden müssen, bei dem bis hinunter zum einzelnen Kauf oder Verkauf einer Position ein Dialog zwischen Vermögensmanager und Anleger besteht, könnten zur Norm werden.
Mit Social Trading und Social Investing könnte eine Art Demokratisierung der Geldanlage vorangetrieben werden. Erfolgreiche Strategien stehen durch das proportionale Herunterbrechen auf kleinste Geldbeträge auch Kleinanlegern zur Verfügung.

Nicht zuletzt setzten die neuen Möglichkeiten des Investierens im „Social Web“ einen Lern- und Bildungsprozess in Gang: Erkenntnisse über das Funktionieren erfolgreicher Strategien werden in der Community gestreut, Risiko- und Moneymanagement in der zum Teil spielerischen Praxis gelernt.

Finanz-Establishment unter Handlungsdruck

Die etablierten Banken und Fondsgesellschaften werden durch die neuen Entwicklungen gleich mehrfach unter Druck gesetzt: Die Offenheit und Transparenz der neuen Anlageangebote können sie nicht liefern. Es findet kaum Dialog mit den Anlegern statt, der Umgang mit den neuen sozialen Medien wirkt oft unbeholfen, oder er findet gar nicht statt. Und nicht zuletzt - vielfach kommt die Performance ihrer Produkte nicht an die neuen Social-Trading-Strategien heran.

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